Dört unte-n-i der Tiefi

Im Mittelpunkt des Programms steht Christian Henkings Stück "Dört unte-n-i der Tiefi", das er in unserem Auftrag komponiert hat. Die Idee war, der Komposition ein Schweizer Volkslied zugrunde zu legen. Christian Henking wählte das Lied "'s isch äben e Mönsch uf Ärde" (s'Vreneli ab em Guggisbärg) und integrierte es in eine moderne Komposition, in der die Flötistin Teile des Liedes singt.

Der zweite Schwerpunkt bildet Bohuslav Martinus "Duo No. 1", das aus einem Preludium und einem Rondo besteht. Die Elemente tschechischer Volksmusik, die das Werk enthält, bilden einen reizvollen Unterschied zu Henkings schweizerischen Klängen.

Von Giovanni Boni, einem hochbarocken italienischen Musiker, sind nur sechs Sonaten bekannt, von denen wir vier spielen. Sie sind in den Jahren 1720 bis 1730 in einem Londoner Verlag herausgekommen. Wir haben diese Stücke ausgewählt, weil sie uns durch ihre Frische und vielfältige Harmonik sowie die Virtuosität des Flötenparts überzeugen. Die Komposition ist so eigenständig und originell, dass wir sie gerne für ein heutiges Publikum zum Klingen bringen, besonders auch, da sie einen attraktiven Kontrast zu den zeitgenössischen Kompositionen bietet.

Hans Zender komponierte seine 5 Haiku 1982, dazu sagt er: "Ich schrieb Fünf Haiku auf der Suche nach einer weiteren Verknappung meiner musikalischen Sprache... Die 17 Silben des Haiku entsprechen 17 Grosstakten eines musikalischen Satzes; jeder dieser Takte ist im Sinn von Tempo und Harmonik eine autonome musikalische Einheit, vergleichbar der 'Phrase' unserer klassischen Musik (er dauert zwischen 6 und ca. 12 Sekunden)". Im Zusammenhang mit dieser Komposition beschäftigte sich Hans Zender mit einem Haiku des grossen Basho:

        Wolken gönnen dem

        Mondbeschauer ab und zu

        Eine kurze Rast.